Mein Raum. Ute.

23.11.2020

Erstes Treffen: 

Wir reden über Kunst und eben Druck/ Kunstbücher, aber auch über Kinder und das Alltagsleben im Allgemeinen. Wo bleibt die Kunst darin? Sie bauen um, also zieht ihr Atelier im Haus nach unten... Wir vereinbaren ein nächstes Treffen im Atelier.

Einige Wochen später in meinem Atelier... sitzen wir im Hof und reden.

 

Eine große Frage im Gespräch:

 

"Von wem lässt man sich steuern, was steuert einen.

...dass man die eigenen Grenzen sieht. Als fest stehend ansieht.

Das ist das spannende an Raum, dass er das Feste - wie eine Koordinate - hat
und gleichzeitig das Grenzenlose, mit deinen Visionen und Erlebnissen...

Und die Vermischung von beidem:
                                    das ist (dann) eigentlich dein Raum."

 

"Du kommst in einen Raum und hast ein gutes oder ein schlechtes Gefühl dazu."

 

 

"Wie unser Gartenhäuschen…
du denkst von Außen: Was ein großes Haus!
Aber dann gehst du rein (in die reale Begrenzung)
                                    und es ist winzig."

 

 "Du gehst in einen Raum mit geputzten Fenstern...
                                    und er ist ganz anders!
                                    So hell…"

 

"Fensterputzen wird ja nur zum Erlebnis, weil der Raum begrenzt ist, wie eine Grenze.
Und nach dem Putzen ist der Raum grenzenlos.

Vorher ist es nur wie ein Bild...
                                    Aber vielleicht kennen andere dieses Bild ja gar nicht." 


- Sie lacht.

 

 

"Wie aus der Enge Weite wird...
                                    nur durch die Veränderung eines Gedankens."

 

"Wie unterschiedlich man Raum empfindet...
Bei uns in der Wohnung zum Beispiel, wenn ich denke, wir haben zu wenig Platz,

dann braucht es nur einen Gedanken an die Reisen, die wir gemacht haben, wo viele Menschen dort in nur einem Raum leben
                                    und alles ist anders:

                                    Und ich fühle mich reich... und groß...


                                    Und voller Raum!"

 

 

Dann reden wir über Roboter. Darüber, dass einem alles abgenommen wird... und die Sinnlosigkeit, die dann entsteht. Depression.

"Du hast ja gar nichts was dich ausmacht. Du fliegst dann nur so durch die Gegend..."

Das Gespräch hat an Fahrt aufgenommen, als ich von Buchpräsentationen erzähle. Bücher über Sexroboter oder Menschen die mit Robotern leben. Dann auch Sex und Cybersex. Das Zwischenmenschliche kann dann also einfach ausgeklammert/umgangen werden? Diese Gedanken stecken in der Unterhaltung. Roboter, Videospiele, Cyberwelten...

 

"Das ist ja auch Raum.
                      Imaginärer Raum.

Du kommst ja in Gefühle.
                      Unheimlich."

 

Als es um die Frage geht, ob das denn dann in vielen Punkten auch gut sei kann, Roboter, die Wünsche erfüllen und somit einen Raum für etwas eröffnen, was sonst Tabu wär oder sogar kriminell, notiere ich noch einen Satz:

"Die Aufgabe des Lebens ist doch, das Leid zu minimieren... oder?"

 

 

Fotos: Rebecca Budde de Cancino, Ute Hindahl (Fensterbild)

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